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Steuergerechtigkeit – Menschenrechte – Zukunftsgerechtigkeit
Internationale Fachtagung am 27. November 2012 in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin
Eine gemeinsame Veranstaltung von Friedrich-Ebert-Stiftung, Global Policy Forum Europe, MISEREOR und terre des hommes in Kooperation mit dem Netzwerk Steuergerechtigkeit Deutschland

Die Debatte über das Thema »Steuergerechtigkeit« konzentriert sich international auf die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steuervermeidung sowie die Zerschlagung des globalen Schattenfinanzsystems, das diese Praktiken möglich macht.

In der entwicklungspolitischen Debatte um die »öffentliche Armut« vieler Länder des Südens geht es um die verbesserte Ausschöpfung von Einnahmepotentialen durch den Aufbau effektiver Steuersysteme und eine kompetente Finanzverwaltung: Einheimische Eliten zahlen häufig kaum Steuern; ein hoher Anteil ökonomischer Aktivitäten vollzieht sich informell, und damit auch außerhalb staatlicher Besteuerung; transnationale Unternehmen entziehen sich infolge von Steuervergünstigungen oder manipulierten Verrechnungspreisen einer effektiven Besteuerung.

Im Menschenrechtsbereich spielt das Thema der »maximal verfügbaren Ressourcen« zur Umsetzung der Verpflichtungen in Verbindung mit extraterritorialen Staatenpflichten eine immer größere Rolle.

Seit der Finanzkrise und als Mittel zur Sanierung der zerrütteten Staatsfinanzen ist in Deutschland und Europa mittlerweile die stärkere Heranziehung der Reichen für die Beseitigung der Krisenfolgen, etwa durch Vermögensabgaben, sowie des Finanzsektors, in Form von Bankenabgaben und einer europaweiten Finanztransaktionssteuer in das Zentrum der Debatte gerückt.

Parallel dazu entwickeln sich die Debatten über ökologische Steuer- und Finanzreformen als Lenkungsinstrumente im Kampf gegen Umweltverschmutzung, Klimawandel und den Verbrauch endlicher und knapper natürlicher Ressourcen.

Steuergerechtigkeit, Zukunftsgerechtigkeit und die Umsetzung der Menschenrechte können nur gemeinsam vorangebracht werden. Bei unserer Fachtagung wollen wir von international anerkannten Expert/innen mehr über diese Aspekte lernen und anschließende gemeinsam diskutieren.

Einladung und Programm (pdf, 350 KB)

Info Steuergerechtigkeit #07 - Steuergerechtigkeit als Alternative zum Spardiktat von Schuldenbremse und Fiskalpakt (pdf, 400 KB)


Bonn Symposium 2012
Paradigmenwechsel 2015. Auf dem Weg zu einer neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung

Eine Veranstaltung der Stiftung Entwicklung und Frieden in Kooperation mit GPF Europe und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen
Deutsche Welle und Haus der Geschichte, Bonn
13.-14. November 2012

Die entwicklungspolitischen Diskussionen der vergangenen zehn Jahre wurden maßgeblich von den Millenniumentwicklungszielen (MDGs) bestimmt. Diese Ziele haben sich als gleichermaßen öffentlichkeitswirksames wie kampagnentaugliches Instrument der Entwicklungspolitik erwiesen.

Die letzten zehn Jahre haben aber auch die Schwächen deutlich gemacht, die mit der Konzentration der Entwicklungspolitik auf die Bekämpfung der extremsten Formen von Einkommensarmut und Hunger und die soziale Grundversorgung der Bevölkerung verbunden sind. Schließlich erscheint angesichts der Veränderungen in den globalen ökonomischen und politischen Kräfteverhältnissen, die sich im Bedeutungszuwachs Chinas besonders deutlich zeigen, die Zweiteilung der Welt in Industrie- und Entwicklungsländer bzw. in einen reichen Norden und armen Süden mehr und mehr anachronistisch. Staaten, die lange als Entwicklungs- oder Schwellenländer bezeichnet wurden, gestalten die internationale Politik in einer interdependenten Welt heute wesentlich mit und bringen eigene Ideen und Konzepte ins Spiel. Die Verschiebung des globalen Machtgefüges, neue strategische Allianzen und die wachsende Bedeutung globaler öffentlicher Güter sind nur einige Bereiche, die Rückwirkungen auf den Aushandlungsprozess einer neuen Agenda für Entwicklung haben. Einige der aufstrebenden Staaten engagieren sich zunehmend selbst entwicklungspolitisch in anderen Ländern und Regionen, was die internationale Entwicklungsarchitektur ebenfalls stark beeinflusst. Diese Entwicklungen bringen neue Herausforderungen, aber auch Chancen hervor. Damit stellt sich auch die Frage nach dem Sinn global formulierter Entwicklungsziele, die hauptsächlich für eine eng begrenzte Gruppe „armer“ Länder relevant sind.

Gerade daher ist es der Stiftung Entwicklung und Frieden gemeinsam mit dem Global Policy Forum und der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen ein Anliegen, den Forderungen nach einem globalen Zielkatalog in Deutschland – und hier speziell den UN- und Bonner Institutionen – eine Diskussionsplattform zu bieten. In Rahmen des diesjährigen Bonn Symposiums soll diskutiert werden, was Entwicklung in einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Welt künftig bedeutet und wie neue Strategien und Kooperationsformen angesichts einer zunehmenden Akteursvielfalt, stark ausdifferenzierten nationalen/regionalen Interessen und einer gleichsam wachsenden Interdependenz globalpolitisch ausgestaltet sein soll.

Zur Konferenz-Homepage

Programm der Konferenz (pdf, 650 KB)

Programm der Workshops (pdf, 630 KB)

Eine Teilnahme ist für alle Interessierten möglich. Bitte schicken Sie dafür eine formlose Anmeldung an gerhardt[ät]sef-bonn.org.


Perspektivworkshop und Fachgespräch
Globale Nachhaltigkeitsziele und Post-2015-Entwicklungsagenda

Eine gemeinsame Veranstaltung von terre des hommes, dem Forum Umwelt und Entwicklung, VENRO und dem Global Policy Forum Europe
Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, 53175 Bonn
25. September 2012, 12.00 Uhr – 26. September 2012, 14.00 Uhr

Bei der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (Rio+20) haben die Regierungen beschlossen, gemeinsame Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu formulieren. Die UN-Generalversammlung wird zu diesem Zweck im September 2012 eine Arbeitsgruppe einsetzen, die bereits im kommenden Jahr Vorschläge für ein Set von SDGs vorlegen soll.

Parallel dazu gewinnen die Auseinandersetzungen über die Zukunft der Millenniumsentwicklungsziele und die Post-2015-Entwicklungsagenda an Fahrt. Der UN-Generalsekretär setzt dazu im Juli 2012 ein hochrangiges Panel ein, das bereits im Frühjahr 2013 seine Vorschläge vorlegen soll. Gleichzeitig finden in über 50 Ländern Konsultationen über die zukünftigen Entwicklungsprioritäten und –ziele nach dem Jahr 2015 statt.

In Deutschland stehen die Diskussionen noch am Anfang. Bundesregierung, Bundestag und zivilgesellschaftliche Organisationen beginnen erst allmählich, sich gegenüber den beiden Diskussionsprozessen zu positionieren. Aber angesichts der straffen internationalen Agenda drängt die Zeit. Das Forum Umwelt und Entwicklung, das Global Policy Forum, terre des hommes und VENRO laden aus diesem Grund zu einem Ratschlag ein, der aus einem Fachgespräch und einem Perspektivworkshop besteht.

Im Fachgespräch wollen wir den Sinn und Zweck globaler Entwicklung- bzw. Nachhaltigkeitsziele diskutieren; wir wollen ausloten, für welche Themenbereiche und Länder derartige Ziele definiert werden sollten; wir wollen gemeinsam überlegen, wie die Debatte über alternative Wohlstandsmaße und Indikatoren mit der Debatte über neue Entwicklungsziele verbunden werden kann; und wir wollen schließlich erörtern, welche politischen und finanziellen Verpflichtungen die Regierungen zur Umsetzung zukünftiger Ziele eingehen müssten und welche Rolle das Rio-Prinzip der gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortung der Länder dabei spielt.

Beim Perspektivworkshop soll es dann um die Strategien zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Begleitung der beiden Parallelprozesse (SDGs und Post-2015-Entwicklungsagenda) gehen. Welche Chancen und Gefahren bergen diese Prozesse, welcher Handlungsbedarf besteht für NROs in den kommenden zwölf Monaten?

Wir laden Sie ein, diese und weitere Fragen mit uns gemeinsam zu diskutieren. Anmeldungen erbitten wir bis zum 15. September 2012.

Einladung und Programm (pdf 380 KB)

Kurzbericht mit Hintergrundinformationen (pdf 1,2 MB)



Präsentation des Reports
Rio+20: Die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung 2012: Hintergründe – Konflikte - Perspektiven

Eine gemeinsame Veranstaltung von terre des hommes, der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und Global Policy Forum Europe
Haus der Evangelischen Kirche, Adenaueralle 37, 53113 Bonn
28.2.2012, 17.00-19.00 Uhr

Vom 20. bis 22. Juni 2012 veranstalten die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro die internationale Konferenz für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten Erdgipfel von Rio treffen sich die Regierungen aus aller Welt dort erneut, um über die Lösung globaler Zukunftsprobleme zu beraten. Auf der Agenda stehen unter anderem Schritte zu einer „grünen Ökonomie“ und die Stärkung der internationalen Institutionen im Bereich nachhaltiger Entwicklung
Das Global Policy Forum veröffentlicht im Vorfeld dieses Ereignisses gemeinsam mit terre des hommes unter dem Titel „Rio+20“ einen umfassenden Report. Er skizziert die Vorgeschichte der Rio+20-Konferenz, erläutert die Hauptthemen und politischen Kontroversen zwischen den Regierungen und präsentiert Schlussfolgerungen und Erwartungen zivilgesellschaftlicher Organisationen gegenüber der Konferenz.
Zu Beginn der heißen Vorbereitungsphase der Rio+20-Konferenz präsentieren wir den Report in Bonn der Öffentlichkeit. Wir nehmen ihn zum Anlass, um mit Umwelt- und Entwicklungsexperten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft darüber zu diskutieren, was von Rio+20 zu erwarten ist und ob die Konferenz eine ähnliche Dynamik entwickeln kann, wie es nach dem Erdgipfel 1992 der Fall war.
Wir laden Sie ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Anmeldungen erbitten wir bis zum 24. Februar 2012 online unter  https://rsvp.globalpolicy.org/praesentation_report_rio20 oder per email an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Programm und Einladung (pdf 150 KB)


Medienworkshop von terre des hommes und Global Policy Forum Europe
Rio+20: Vor der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung 2012: Positionen - Konfliktlinien - Erwartungen

Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 10117 Berlin
27. Februar 2012, 14.30-18.00 Uhr

Vom 20. bis 22. Juni 2012 veranstalten die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro die internationale Konferenz für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten Erdgipfel von Rio treffen sich die Regierungen aus aller Welt dort erneut, um über die Lösung globaler Zukunftsprobleme zu beraten. Auf der Agenda stehen unter anderem Schritte zu einer „grünen Ökonomie“ und die Stärkung der internationalen Institutionen im Bereich nachhaltiger Entwicklung.
Die Erwartungen an die Konferenz können unterschiedlicher nicht sein: Die einen sehen in ihr eine historische Gelegenheit, Fortschritte bei der Überwindung der weltweiten sozialen und ökologischen Krisen zu erzielen; andere erwarten nicht mehr als die übliche Konferenzdiplomatie ohne greifbare Beschlüsse und rufen bereits zum Boykott auf. In jedem Fall bietet dieses Großereignis, zu dem zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie tausende von Vertreter/innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und nicht zuletzt der Medien erwartet werden, vielfältige Möglichkeiten der Berichterstattung über die dort diskutierten Probleme und politischen Lösungsansätze.
Mit dem Medienworkshop wollen wir zu Beginn der heißen Vorbereitungsphase der Rio+20-Konferenz „aus erster Hand“ über den Stand der Verhandlungen, die politischen Konfliktlinien und die zu erwartenden Ergebnisse informieren. Welche politischen Prioritäten hat die Bundesregierung für die Konferenz, was fordern zivilgesellschaftliche Organisationen, welche neuen Initiativen sind zu erwarten?
Der Workshop wird drei Teile haben:
Im ersten Teil wird der mit Spannung erwartete Bericht des vom UN-Generalsekretär eingesetzten High-level Panel on Global Sustainability präsentiert, der soeben veröffentlicht wurde.
Im zweiten Teil werden wir die Positionen der Bundesregierung, die politischen Konfliktlinien und die Erwartungen von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen erörtern.
Im dritten Teil geben wir praktische Informationen über den Ablauf der Konferenz und die vielfältigen Parallelaktivitäten der Zivilgesellschaft.
Die Veranstaltung richtet sich speziell an Vertreter/innen der Medien und Multiplikator/innen aus dem umwelt- und entwicklungspolitischen Bereich. Den geplanten Ablauf des Workshops entnehmen Sie bitte dem Programm in der Anlage. Um uns die weiteren Planungen zu erleichtern, bitten wir um Anmeldung bis zum 20. Februar 2012 online unter https://rsvp.globalpolicy.org/medienworkshoprio20 oder per email an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Programm und Einladung (pdf 150 KB)


Workshop von EED und GPF Europe im Rahmen der 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik
Von Buen Vivir bis Bruttonationalglück. Die Debatte über alternative Wohlstandsmodelle und Entwicklungsziele vor dem Rio+20-Gipfel
30. Januar 2012, 16:15-18:30 Uhr

Die Diskussionen über alternative Maße und Modelle gesellschaftlicher Entwicklung haben in jüngster Zeit weltweit an Dynamik gewonnen. Sie sind eine Antwort auf die Grenzen und Unzulänglichkeiten des vorherrschenden Entwicklungsparadigmas, dessen zentrale Zielgrößen weiterhin die Bekämpfung der Einkommensarmut und das Wachstum der wirtschaftlichen Produktion bilden. Es verwechselt Wachstum mit gesellschaftlichem Fortschritt, sieht Armut als primär technisches Problem und ignoriert Verteilungsaspekte und soziale Gerechtigkeit.
Auch beim Thematischen Sozialforum „Capitalist Crisis, Social and Environmental Justice“, das vom 24. bis 29. Januar 2012 in Porto Alegre, Brasilien, stattfindet, stehen diese Fragen im Mittelpunkt. Das Forum ist das wichtigste weltweite Vorbereitungstreffen der Zivilgesellschaft für den Rio+20-Gipfel der Vereinten Nationen. Im Rahmen seiner Arbeit zu Rio+20 wird sich der EED gemeinsam mit Vertreter/innen von Partnerorganisationen aus dem globalen Süden daran beteiligen. Zwei Partner, die direkt vom Thematischen Sozialforum kommen, werden beim Workshop über die dortigen Diskussionen berichten.
Zugleich werden bei dem Workshop die vorläufigen Ergebnisse der internationalen Reflection Group on Global Development Perspectives vorgestellt. Der Gruppe gehören renommierte Vertreter/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und wissenschaftlicher Einrichtungen aus allen Teilen der Erde an. Ihr Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Diskussionen über alternative Wohlstandsmodelle und Entwicklungsziele vorzunehmen und daraus politische Empfehlun-gen abzuleiten, die u.a. in den Vorbereitungsprozess zum Rio+20-Gipfel einfließen sollen. Die Reflec-tion Group berücksichtigt dabei auch Ansätze zur Messung der Lebenszufriedenheit wie den Index des „Bruttonationalglücks” in Bhutan und das Konzept des Buen Vivir in der Andenregion.

Programm des Workshops (pdf 500 KB)
Weitere Informationen zur 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik und Anmeldung



Aktuelle Pressemitteilungen und Statements


28.03.2012

Bundesregierung blockiert EU-Pläne für mehr Transparenz im Rohstoffsektor


Gemeinsame Pressemitteilung von Global Policy Forum Europe, MISEREOR, Brot für die Welt, Transparency International, ONE und Global Witness zur Position der Bundesregierung in den Verhandlungen um mehr Transparenz für Europäische Rohstoffunternehmen.

Berlin, 28.03.2012: Die Organisationen Transparency International Deutschland, ONE, Global Witness, MISEREOR sowie „Brot für die Welt“ und das Global Policy Forum Europe erwarten von der Bundesregierung, den Widerstand gegen verbindliche Transparenzstandards im Rohstoffsektor aufzugeben. Um die negativen Auswirkungen der Ausbeutung mineralischer und fossiler Rohstoffe zu mindern, sollen Unternehmen Zahlungen an Regierungen rohstoffreicher Länder für jede Mine und jedes andere Projekt offenlegen. Dieser Vorschlag der EU-Kommission wird von einer anfänglichen Positionierung des Europäischen Parlaments nun unterstützt. Deutschland ist daher mit seiner ablehnenden Haltung auf europäischer Ebene einen Schritt weiter in die Isolation geraten.

Pressemitteilung (pdf 200KB)



26.10.2011

Transparenz auch im EU-Rohstoffsektor

Nichtregierungsorganisationen rufen zur Umsetzung der Vorschläge der Europäischen Kommission für mehr Transparenz in der Bergbau- und Erdölindustrie auf.

Bonn/Stuttgart/Berlin: Die Europäische Kommission hat gestern einen Vorschlag veröffentlicht, der mehr Transparenz in die Geschäfte der Erdöl-, Bergbau- und Holzindustrie bringen soll. Sie schlägt vor, alle europäischen Bergbau-, Erdöl- und Erdgasunternehmen sowie die holzeinschlagende Industrie zu verpflichten, ihre Zahlungen an die öffentliche Hand nach Ländern und Projekten zu veröffentlichen. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen begrüßen diese Initiative und hoffen, dass sie zur Bekämpfung von Korruption und Steuerhinterziehung und zu einer gerechteren Verteilung des Rohstoffreichtums in den Ländern des Südens beitragen wird.

Pressemitteilung (pdf 500KB)


13.07.2011

Die Zahlen müssen auf den Tisch!

Anlässlich ihrer Afrikareise fordert die Zivilgesellschaft die Bundeskanzlerin auf, EU-Pläne für transparente Rohstoffzahlungen zu unterstützen

Berlin - Die Organisationen „Brot für die Welt“, Global Policy Forum, Misereor, ONE Deutschland und Transparency International Deutschland fordern die Bundesregierung anlässlich der Afrikareise von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich für verbindliche Transparenzstandards der Zahlungsströme im Rohstoffsektor einzusetzen, wie sie derzeit auf europäischer Ebene diskutiert werden. Die verbindliche Offenlegung der Zahlungsströme ist ein erster, aber wichtiger Schritt, damit Rohstoffreichtum zur Armutsbekämpfung beitragen kann.

Die Zahlen müssen auf den Tisch! Pressemitteilung (pdf - 184 KB)


15.04.2011

Für ein energiepolitisches Zukunftspaket, das menschengemachte Katastrophen heute und in der Zukunft ausschließt

Sechs zentrale Eckpfeiler für eine klima- und energiesichere Zukunft

Die Katastrophe von Fukushima erfordert jetzt den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomtechnologie in Deutschland und Europa. Hierüber zeichnet sich in Deutschland ein breiter gesellschaftlicher Konsens ab. Aber auch angesichts der zunehmenden Bedrohung durch den Klimawandel müssen die Weichen in der Energiepolitik neu gestellt werden und der Klimaschutz ein elementarer Teil der neuen Energiestrategie werden. Nur so lassen sich in Zukunft die Gefahren menschengemachter Katastrophen durch eine verfehlte Energiepolitik minimieren.

Umwelt- und Entwicklungsverbände fordern ein energiepolitisches Zukunftspaket ohne klimaschädliche und hochriskante Energietechnologien.

Eckpfeiler für eine klima- und energiesichere Zukunft 420 KB

15.11.2010

Rethinking Development and Progress
alliance of Civil Society Groups, Networks and Foundations launches Reflection Group on Global Development Perspectives

Beijing/Berlin/Montevideo/New York/Uppsala, November 15, 2010 – Today, an alliance of civil society groups, networks and foundations, including Third World Network, Social Watch, DAWN, the Friedrich-Ebert-Foundation, Global Policy Forum, terre des hommes, and the Dag Hammarskjöld Foundation, launched the Civil Society Reflection Group on Global Development Perspectives.

The group consists of about 15 leading civil society activists, experts and academics from around the globe. The group will assess conventional and alternative models of development and well-being, reconsider development goals and indicators, including the Millennium Development Goals (MDGs), draw conclusions for future development strategies and provide specific policy recommendations for the UN Conference on Sustainable Development 2012.

We find ourselves at a crucial point in time – fast approaching the 2015 deadline for the MDGs, while preparing for the 2012 Conference on Sustainable Development. Today’s unprecedented coincidence of global crises – economic, financial, food and climate – reveals the dead end to which the dominating models of development have led us. It is now time to break old ground, to draw lessons from these crises and to fundamentally rethink our goals and measures of development and social progress – in North and South.

The time between the Summits 2010 and 2012 provides a unique window of opportunity to reconsider the current development paradigm and to develop strategies towards a holistic, rights-based approach of global development and well-being. The Reflection Group will contribute to this process of rethinking.

Four meetings of the Reflection Group are scheduled to take place throughout 2011. The expected outcome will be presented in a report to be published prior to the 2012 UN Conference on Sustainable Development.

Group Members

Barbara Adams (Global Policy Forum, US), Beryl d’Almeida (Abandoned Babies Committee, Zimbabwe), Alejandro Chanona Burguete (National Autonomous University of México), Chee Yoke Ling (Third World Network, China), Ernst Ulrich von Weizsaecker (Germany), Filomeno Santa Ana III (Action for Economic Reforms, Philippines), George Chira (terre des hommes India), Gigi Francisco (Development Alternatives with Women for the New Era, Philippines), Henning Melber (Dag Hammarskjöld Foundation, Sweden), Jorge Ishizawa (Proyecto Andino de Tecnologias Campesinas, Peru), Karma Ura (Centre for Bhutan Studies, Bhutan), Roberto Bissio (Third World Institute/Social Watch, Uruguay) Victoria Tauli-Corpuz (Tebtebba Foundation, Philippines), Yao Graham (Third World Network-Africa, Ghana), Jens Martens (Global Policy Forum Europe, Germany), Hubert Schillinger (Friedrich-Ebert-Foundation, Germany), Danuta Sacher (terre des hommes Germany)

Further Information
www.reflectiongroup.org

Contact
info[ät]reflectiongroup.org
c/o Global Policy Forum Europe | Jens Martens/Wolfgang Obenland | Koenigstr. 37a | D-53115 Bonn, Germany

25. Oktober 2010

gpf_europe_-_rohstoffstrategie

Anforderungen an eine zukunftsfähige Rohstoffstrategie
Stellungnahme zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Rohstoffstrategie der Bundesregierung

Die Bundesregierung stellt am 26. Oktober 2010 ihre Rohstoffstrategie der Öffentlichkeit vor. Die Strategie soll in erster Linie dazu beitragen, die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie zu sichern. Die Diskussion darüber hat bisher fast ausschließlich zwischen Bundesregierung und Industrie stattgefunden. Eine deutsche Rohstoffstrategie sollte jedoch nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt werden sondern bedarf einer breiten öffentlichen Debatte. Denn eine solche Strategie hat weitreichende Folgen sowohl für die Menschen in Deutschland als auch für jene in den rohstoffreichen Ländern. Sie sollte daher auch dazu beitragen, dass der Rohstoffabbau die Entwicklungschancen der Menschen in den rohstoffreichen Entwicklungsländern verbessert. Deutschland trägt hierfür eine Mitverantwortung, weil ein erheblicher Teil der Rohstoffe aus diesen Ländern importiert wird. Die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft darf nicht auf Kosten der Menschen und der Natur in den Förderländern erfolgen. Soziale, ökologische, menschenrechtliche und friedenspolitische Aspekte müssen einen integralen Bestandteil deutscher Rohstoffpolitik bilden. Die unterzeichnenden Nichtregierungsorganisationen haben dazu die folgenden Anforderungen formuliert.

Anforderungen an eine zukunftsfähige Rohstoffstrategie 1,9 MB


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Präsentation des Reports
Rio+20: Die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung 2012: Hintergründe – Konflikte - Perspektiven

Eine gemeinsame Veranstaltung von terre des hommes, der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und Global Policy Forum Europe
Haus der Evangelischen Kirche, Adenaueralle 37, 53113 Bonn
28.2.2012, 17.00-19.00 Uhr

Vom 20. bis 22. Juni 2012 veranstalten die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro die internationale Konferenz für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten Erdgipfel von Rio treffen sich die Regierungen aus aller Welt dort erneut, um über die Lösung globaler Zukunftsprobleme zu beraten. Auf der Agenda stehen unter anderem Schritte zu einer „grünen Ökonomie“ und die Stärkung der internationalen Institutionen im Bereich nachhaltiger Entwicklung
Das Global Policy Forum veröffentlicht im Vorfeld dieses Ereignisses gemeinsam mit terre des hommes unter dem Titel „Rio+20“ einen umfassenden Report. Er skizziert die Vorgeschichte der Rio+20-Konferenz, erläutert die Hauptthemen und politischen Kontroversen zwischen den Regierungen und präsentiert Schlussfolgerungen und Erwartungen zivilgesellschaftlicher Organisationen gegenüber der Konferenz.
Zu Beginn der heißen Vorbereitungsphase der Rio+20-Konferenz präsentieren wir den Report in Bonn der Öffentlichkeit. Wir nehmen ihn zum Anlass, um mit Umwelt- und Entwicklungsexperten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft darüber zu diskutieren, was von Rio+20 zu erwarten ist und ob die Konferenz eine ähnliche Dynamik entwickeln kann, wie es nach dem Erdgipfel 1992 der Fall war.
Wir laden Sie ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Anmeldungen erbitten wir bis zum 24. Februar 2012 online unter  https://rsvp.globalpolicy.org/praesentation_report_rio20 oder per email an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Programm und Einladung (pdf 150 KB)


Medienworkshop von terre des hommes und Global Policy Forum Europe
Rio+20: Vor der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung 2012: Positionen - Konfliktlinien - Erwartungen

Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 10117 Berlin
27. Februar 2012, 14.30-18.00 Uhr

Vom 20. bis 22. Juni 2012 veranstalten die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro die internationale Konferenz für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten Erdgipfel von Rio treffen sich die Regierungen aus aller Welt dort erneut, um über die Lösung globaler Zukunftsprobleme zu beraten. Auf der Agenda stehen unter anderem Schritte zu einer „grünen Ökonomie“ und die Stärkung der internationalen Institutionen im Bereich nachhaltiger Entwicklung.
Die Erwartungen an die Konferenz können unterschiedlicher nicht sein: Die einen sehen in ihr eine historische Gelegenheit, Fortschritte bei der Überwindung der weltweiten sozialen und ökologischen Krisen zu erzielen; andere erwarten nicht mehr als die übliche Konferenzdiplomatie ohne greifbare Beschlüsse und rufen bereits zum Boykott auf. In jedem Fall bietet dieses Großereignis, zu dem zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie tausende von Vertreter/innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und nicht zuletzt der Medien erwartet werden, vielfältige Möglichkeiten der Berichterstattung über die dort diskutierten Probleme und politischen Lösungsansätze.
Mit dem Medienworkshop wollen wir zu Beginn der heißen Vorbereitungsphase der Rio+20-Konferenz „aus erster Hand“ über den Stand der Verhandlungen, die politischen Konfliktlinien und die zu erwartenden Ergebnisse informieren. Welche politischen Prioritäten hat die Bundesregierung für die Konferenz, was fordern zivilgesellschaftliche Organisationen, welche neuen Initiativen sind zu erwarten?
Der Workshop wird drei Teile haben:
Im ersten Teil wird der mit Spannung erwartete Bericht des vom UN-Generalsekretär eingesetzten High-level Panel on Global Sustainability präsentiert, der soeben veröffentlicht wurde.
Im zweiten Teil werden wir die Positionen der Bundesregierung, die politischen Konfliktlinien und die Erwartungen von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen erörtern.
Im dritten Teil geben wir praktische Informationen über den Ablauf der Konferenz und die vielfältigen Parallelaktivitäten der Zivilgesellschaft.
Die Veranstaltung richtet sich speziell an Vertreter/innen der Medien und Multiplikator/innen aus dem umwelt- und entwicklungspolitischen Bereich. Den geplanten Ablauf des Workshops entnehmen Sie bitte dem Programm in der Anlage. Um uns die weiteren Planungen zu erleichtern, bitten wir um Anmeldung bis zum 20. Februar 2012 online unter https://rsvp.globalpolicy.org/medienworkshoprio20 oder per email an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Programm und Einladung (pdf 150 KB)



Workshop von EED und GPF Europe im Rahmen der 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik
Von Buen Vivir bis Bruttonationalglück. Die Debatte über alternative Wohlstandsmodelle und Entwicklungsziele vor dem Rio+20-Gipfel
30. Januar 2012, 16:15-18:30 Uhr

Die Diskussionen über alternative Maße und Modelle gesellschaftlicher Entwicklung haben in jüngster Zeit weltweit an Dynamik gewonnen. Sie sind eine Antwort auf die Grenzen und Unzulänglichkeiten des vorherrschenden Entwicklungsparadigmas, dessen zentrale Zielgrößen weiterhin die Bekämpfung der Einkommensarmut und das Wachstum der wirtschaftlichen Produktion bilden. Es verwechselt Wachstum mit gesellschaftlichem Fortschritt, sieht Armut als primär technisches Problem und ignoriert Verteilungsaspekte und soziale Gerechtigkeit.
Auch beim Thematischen Sozialforum „Capitalist Crisis, Social and Environmental Justice“, das vom 24. bis 29. Januar 2012 in Porto Alegre, Brasilien, stattfindet, stehen diese Fragen im Mittelpunkt. Das Forum ist das wichtigste weltweite Vorbereitungstreffen der Zivilgesellschaft für den Rio+20-Gipfel der Vereinten Nationen. Im Rahmen seiner Arbeit zu Rio+20 wird sich der EED gemeinsam mit Vertreter/innen von Partnerorganisationen aus dem globalen Süden daran beteiligen. Zwei Partner, die direkt vom Thematischen Sozialforum kommen, werden beim Workshop über die dortigen Diskussionen berichten.
Zugleich werden bei dem Workshop die vorläufigen Ergebnisse der internationalen Reflection Group on Global Development Perspectives vorgestellt. Der Gruppe gehören renommierte Vertreter/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und wissenschaftlicher Einrichtungen aus allen Teilen der Erde an. Ihr Ziel ist es, eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Diskussionen über alternative Wohlstandsmodelle und Entwicklungsziele vorzunehmen und daraus politische Empfehlun-gen abzuleiten, die u.a. in den Vorbereitungsprozess zum Rio+20-Gipfel einfließen sollen. Die Reflec-tion Group berücksichtigt dabei auch Ansätze zur Messung der Lebenszufriedenheit wie den Index des „Bruttonationalglücks” in Bhutan und das Konzept des Buen Vivir in der Andenregion.

Programm des Workshops (pdf 500 KB)
Weitere Informationen zur 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik und Anmeldung


Fachtagung vor dem Rio+20-Gipfel 2012
Wohlstandsmodelle und Entwicklungsziele jenseits der MDGs
Friedrich-Ebert-Stiftung, Godesberger Allee 149, 53175 Bonn
5. Oktober 2011, 09.00-17.00 Uhr

In den letzten Jahren sind in aller Welt Initiativen entstanden, die sich mit alternativen Entwicklungskonzepten und Wohlstandsmodellen befassen. Sie sind eine Antwort auf die Grenzen und Unzulänglichkeiten des vorherrschenden Entwicklungsparadigmas, dessen zentrale Zielgrößen weiterhin die Bekämpfung der Einkommensarmut und das Wachstum der wirtschaftlichen Produktion bilden. Ein prominentes Beispiel für diesen Suchprozess ist die internationale Kommission zur Messung wirtschaftlicher Leistung und sozialen Fortschritts unter Leitung des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz.

Auch in Deutschland ist die Auseinandersetzung über alternative Maße und Modelle gesellschaftlichen Fortschritts in vollem Gange. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die Einrichtung der Enquête-Kommission des Bundestages "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft".

Im Juni 2012 veranstalten die Vereinten Nationen 20 Jahre nach dem Erdgipfel von Rio und zehn Jahre nach dem Nachhaltigkeitsgipfel von Johannesburg ihre zweite Konferenz über nachhaltige Entwicklung („Rio+20“). Auf der Agenda steht dort unter anderem die Auseinandersetzung über globale Umweltziele („Green Economy Goals“) als Ergänzung zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs). Zugleich hat inzwischen auch die grundsätzlichere Debatte über die Zukunft der MDGs nach dem Jahr 2015 in Zivilgesellschaft und Politik begonnen.
Vor diesem Hintergrund wollen wir mit unserer Fachtagung Informationen und Analysen zum Stand der Diskussion über alternative Wohlstandsmodelle und Entwicklungsziele jenseits der MDGs austauschen. Wir wollen uns mit der Frage befassen, inwieweit das Konzept eines alternativen Wohlfahrtsindex für Deutschland auf die internationale Ebene übertragbar ist. Daneben möchten wir auch darüber diskutieren, wie die Verwirklichung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte gemessen und in einem speziellen Index abgebildet werden kann. In direktem Bezug zur Rio+20-Konferenz der UN stehen Vorschläge für „Green Economy Goals“. Wie sind sie zu bewerten? Und welche Konsequenzen ergeben sich aus der Debatte über alternative Wachstums- und Wohlstandsmodelle für die MDGs und die Neukonzeption von Entwicklungspolitik?

Anmeldungen erbitten wir bis spätestens zum 26. September 2011 online unter https://rsvp.globalpolicy.org/wohlstandsmodelle.

Einladung und Programm (pdf 170 KB)

Dokumentation (pdf 740 KB)



Fachgespräch
Transparenzinitiativen im Rohstoffsektor - Zwischenbilanz und Perspektiven
Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 10117 Berlin
22. September 2011, 09.00-13.00 Uhr

Im Jahr 2002 wurde die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) ins Leben gerufen. Sie sollte dazu beigetragen, die Transparenz der Zahlungsflüsse zwischen Rohstoffkonzernen und Regierungen zu erhöhen. Dadurch sollen Korruption reduziert, die Rohstoffgovernance gestärkt und letztendlich die Armut in den betreffenden Ländern verringert werden.

Nach fast zehn Jahren ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Hat EITI tatsächlich mehr Transparenz über die Einnahmen aus der Erdölförderung und dem Bergbau in den Rohstoffländern geschaffen? Hat die Initiative dort den politischen Spielraum der Zivilgesellschaft erweitert? Hat sie den Boden für weitere Reformen im Rohstoffsektor geebnet? Und welche Konsequenzen lassen sich aus den bisherigen Erfahrungen für die Zukunft von EITI ziehen? „Brot für die Welt“, MISEREOR und das Global Policy Forum sind diesen Fragen in einer Studie nachgegangen, die auf empirischen Untersuchungen in den Ländern Zentralafrikas basiert. Die Ergebnisse werden bei unserem Fachgespräch zur Diskussion gestellt.

Über EITI hinaus wären länderbezogene Berichtspflichten (Country-by-Country Reporting) ein Schlüssel zu mehr Transparenz. (Rohstoff-) Konzerne müssten danach in ihren Jahresabschlüssen und Finanzberichten für alle Tochterunternehmen und Beteiligungen lückenlos offen legen, in welchen Ländern sie in welchem Umfang Umsätze tätigen, Gewinne erwirtschaften und Steuern zahlen. In den USA wurden solche Pflichten für den extraktiven Sektor erstmals im Dodd-Frank-Gesetz verankert. Angestoßen durch diese US-amerikanischen Regelungen wird auch auf EU-Ebene über länderbezogene Transparenzregeln für transnationale Unternehmen diskutiert. Im Herbst will die Europäische Kommission dazu einen Richtlinienentwurf vorlegen. Aus diesem aktuellen Anlass haben „Brot für die Welt“, MISEREOR und das Global Policy Forum auch zu diesem Thema eine Studie erstellt, die ebenfalls bei dem Fachgespräch präsentiert wird.

Anmeldungen zu dem Fachgespräch erbitten wir bis spätestens zum 14. September 2011 online unter https://rsvp.globalpolicy.org/transparenzinitiativen.

Einladung und Programm (pdf 100 KB)


International Workshop
Civil society strategies towards tax justice – what next?

hosted by MISEREOR, Global Policy Forum and terre des hommes
Bonn, Haus der Evangelischen Kirche, Adenaueralle 37, Germany
13 September 2011

Invitation and Programme (engl. pdf - 70 KB)

Presentations at the Workshop (engl. pdf - 2.8 MB)


Fachgespräch
Brauchen wir einen „Entwicklungs-DAX“?
Maße entwicklungspolitischer Verantwortung in Zeiten der Globalisierung

Bonn, Clubraum des Hauses der evangelischen Kirche, Adenauerallee 37
7. Dezember 2010, 10.00-16.30 Uhr


Wie misst man die entwicklungspolitische Verantwortung eines Landes? Das klassische „Maß der Hilfe“ bildet seit vier Jahrzehnten die ODA-Quote, d.h. der Anteil der öffentlichen Entwicklungsfinanzierung (ODA) am Bruttonationaleinkommen (BNE). Seit 1970 dient die Quote mit ihrer Zielgröße 0,7 Prozent als Indikator der Hilfsbereitschaft der reichen Länder.

In jüngster Zeit wird verstärkt über dieses Maß, seine Bemessungsgrundlagen und Berechnungsmethoden diskutiert. Es gibt Kritik, dass viele Gelder als ODA deklariert werden, die nicht mit realen Finanzflüssen in die Entwicklungsländer verbunden sind; andere bemängeln dagegen, dass der ODA-Begriff zu eng gefasst ist und viele öffentliche Leistungen, die die Entwicklung der Länder des Südens unterstützen, nicht berücksichtigt werden. Unter dem Schlagwort „ODA Plus“ wird in OECD und Europäischer Kommission bereits über erweiterte Maße entwicklungspolitischer Kohärenz nachgedacht. Wie sind die unterschiedlichen Kritikpunkte und Reformansätze zu beurteilen?

Weitgehend unumstritten ist, dass die Verwirklichung des 0,7-Prozentziels allein kein hinreichender Beleg für die „Entwicklungsfreundlichkeit“ eines Landes ist. Ob eine Regierung mit ihrer Politik den Menschen in den Ländern des Südens nützt oder eher schadet, hängt entscheidend davon ab, welche Handels- und Investitionspolitik sie betreibt, was sie gegen Kapitalflucht in Steueroasen unternimmt, ob sie gegen die Spekulation auf den Rohstoffbörsen vorgeht, und was sie für den globalen Klimaschutz tut. Das Washingtoner Center for Global Development hat aus dieser Einsicht heraus mit seinem Commitment to Development Index (CDI) einen Vorschlag für ein umfassenderes Maß entwicklungspolitischer Kohärenz vorgelegt. Was steckt hinter dem CDI und wie ist er zu beurteilen?

Was wären Bausteine eines Index für globale Verantwortung und entwicklungspolitische Kohärenz, oder kurz eines „Entwicklungs-DAX“? Wäre ein solcher Index sinnvoll, um öffentlichkeitswirksam zu illustrieren, wie solidarisch, entwicklungsfreundlich und kohärent die Politik eines Landes gegenüber den ärmeren Ländern ist? Könnte ein „Entwicklungs-DAX“ ein effektives Instrument der entwicklungspolitischen Bildungs- und Lobbyarbeit sein?
Mit unserem Fachgespräch wollen wir all diese Fragen gemeinsam diskutieren. Unser Ziel ist es nicht fertige Antworten zu liefern. Wir wollen vielmehr eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Diskussionen vornehmen, die für das zukünftige Verständnis von Entwicklungspolitik von erheblicher Bedeutung sind. Wir laden Sie ein, sich mit uns an diesem sicherlich spannenden Brainstorming zu beteiligen. Anmeldungen bitte bis spätestens 30. November 2010 formlos an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Einladung und Programm 116 Kb

Arbeitspapier "Brauchen wir einen Entwicklungs-DAX?" 378 KB

 

Seminar
Die G20 – Krisenmanager und Entwicklungshelfer?
Zwischenbilanz und Perspektiven nach dem Gipfeltreffen von Seoul

Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin
22. November 2010, 9.30-17.00 Uhr

am 11. und 12. November 2010 treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G20 im koreanischen Seoul zu ihrem fünften Gipfel innerhalb von zwei Jahren. Die G20 hat sich in dieser Zeit zum (selbsternannten) zentralen Forum internationaler Wirtschaftspolitik entwickelt. Die Entscheidungen, die sie fällt oder vorbereitet, haben Konsequenzen, die weit über den Kreis ihrer Mitglieder hinausreichen. Dies gilt auch für diejenigen Länder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas, die dem Club nicht angehören. Konnten die Menschen in diesen Ländern von den Beschlüssen der G20 profitieren? Oder blieben ihre Interessen im Krisenmanagement der G20 marginalisiert?

Nach zwei Jahren ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen:

  • Was ist aus dem 1-Billionen-Dollar-Paket geworden, das beim Londoner G20-Gipfel 2009 angekündigt wurde. Welche Länder haben davon profitiert?
  • Nützen die initiierten Reformen von Internationalem Währungsfonds und Weltbank den ärmeren Ländern des Südens?
  • Wie effektiv sind die Aktivitäten der G20 zur Förderung weltweiter Ernährungssicherheit und der Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation?
  • Gibt es Chancen, unter dem französischen G20-Vorsitz 2011 die Blockaden gegenüber Bankenabgabe und Finanztransaktionssteuer zu überwinden?
  • Wie ist die entwicklungspolitische Agenda der G20 zu beurteilen, die sich für die Zeit nach dem Seoul-Gipfel abzeichnet?

Dies sind einige der Fragen, die wir bei unserem Seminar diskutieren wollen. Im Kern geht es im Sinne entwicklungspolitischer Kohärenz um die Frage, ob die G20 bisher effektiv dazu beigetragen hat, die Interessen und Rechte der Menschen in den ärmeren Ländern des Südens zu verwirklichen, allen voran die wirtschaftliche, sozialen und kulturellen Menschenrechte sowie die Rechte von Kindern und Jugendlichen.

Aus den Antworten auf diese Fragen wollen wir Schlussfolgerungen für die künftige deutsche G20-Politik ableiten und gemeinsam mit VertreterInnen von Bundesregierung und Zivilgesellschaft zu diskutieren. Wir laden Sie ein, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Anmeldungen erbitten wir bis spätestens 15. November 2010 formlos an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Einladung und Programm 136 Kb

Dokumentation des Seminars 5,4 MB

 

 

Perspektivworkshop
Nach dem MDG-Gipfel der Vereinten Nationen 2010
Was hat er gebracht – wie geht es weiter?

29. September 2010
Tagungszentrum Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin

vom 20. bis 22. September 2010 veranstalten die Vereinten Nationen in New York ein Gipfeltreffen zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs). Es wird in diesem Jahr das wichtigste entwicklungspolitische Treffen auf globaler Ebene sein. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs haben ihre Teilnahme angekündigt, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama.

Auf dem Gipfel wollen die Regierungen eine Zwischenbilanz der bisherigen MDG-Umsetzung ziehen, und sie wollen eine „Aktionsagenda“ zur Erreichung der MDGs bis 2015 verabschieden.

Unmittelbar nach dem Gipfeltreffen wollen wir auf unserem Workshop die Beschlüsse der Regierungen unter die Lupe nehmen. Wir wollen darüber diskutieren, ob es gelungen ist, einen menschenrechtsbasierten Maßnahmenkatalog zur Armutsbekämpfung für die kommenden fünf Jahre zu verabschieden, wie ihn zahlreiche UN-Berichten und NGO-Stellungnahmen im Vorfeld eingefordert haben. Dabei sollen auch die Konsequenzen für die deutsche Entwicklungspolitik zur Sprache kommen.

Auf unserem Workshop wollen wir aber nicht nur Beschlossenes bewerten, sondern auch Perspektiven für den weiteren entwicklungspolitischen Diskurs rund um die MDGs erörtern. Auch die G20 hat sich bei ihrem jüngsten Gipfeltreffen in Toronto mit diesem Thema befasst und eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die bereits bis zum Gipfel in Seoul im November 2010 eine „Entwicklungsagenda und mehrjährige Aktionspläne“ vorlegen soll. Wird die G20 damit zu einem relevanten Forum internationaler Entwicklungspolitik? Sind von ihr Ergebnisse zu erwarten, die über die Beschlüsse des New Yorker MDG-Gipfels hinausgehen? Wie ist aus entwicklungspolitischer Sicht ein Gremium zu beurteilen, dass sich mit Entwicklungsfragen befasst, ohne dass eines der ärmeren Entwicklungsländer darin vertreten ist?

Schließlich wollen wir mit dem Workshop die Brücke zwischen dem MDG-Gipfel 2010 und dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung 2012 schlagen. Die Vorbereitungen zu diesem „Rio+20“-Gipfel haben bereits begonnen. Bietet der Prozess bis 2012 die Chance, den engen Fokus der MDGs auf Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung zu erweitern, ökologische Aspekte systematischer zu berücksichtigen und sich damit in der Entwicklungspolitik auf ganzheitlichere Ansätze nachhaltiger Entwicklung (zurück-) zu besinnen? Kann der „Rio+20“-Gipfel dazu genutzt werden, die MDGs durch GDGs (Global Development Goals) zu ergänzen?

Wir laden Sie ein, all diese Fragen bei dem Perspektivworkshop mit uns gemeinsam zu diskutieren. Anmeldungen erbitte wir bis spätestens 22.9.2010 formlos an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Einladung und Programm 110.81 Kb

Dokumentation des Workshops 730 Kb


Präsentation des Reports:
Armutszeugnis 2010 - Zwischenbilanz und Zukunft der MDGs

6. September 2010, 17.00-19.00 Uhr
Haus der Evangelischen Kirche, Adenaueralle 37, 53113 Bonn

Die Vereinten Nationen veranstalten vom 20. bis 22. September 2010 in New York ein Gipfeltreffen zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs). Die Regierungen wollen dort eine Zwischenbilanz der bisherigen MDG-Umsetzung ziehen und eine „Aktionsagenda" zur Erreichung der MDGs bis 2015 verabschieden.

Das Global Policy Forum nimmt gemeinsam mit terre des hommes dieses Ereignis zum Anlass, um unter dem Titel „Armutszeugnis 2010" einen umfassenden Report zum Stand und den Perspektiven der MDGs zu veröffentlichen.

Der Report gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der MDGs und zieht eine differenzierte Zwischenbilanz der MDG-Umsetzung. Aus der Analyse der Fortschritte und Defizite leitet der Report Schlussfolgerungen für die entwicklungspolitische Agenda der Jahre bis 2015 ab. Schließlich blickt der Report auch über die MDGs hinaus. Er beschreibt aktuelle Vorschläge für alternative Entwicklungsmodelle und Wohlstandsindikatoren, die dazu beitragen, den engen Fokus der MDGs zu erweitern sowie Umwelt- und Verteilungsaspekte systematischer zu berücksichtigen.

Wenige Tage vor dem MDG-Gipfel präsentieren wir den Report in Bonn der Öffentlichkeit und nehmen ihn zum Anlass, um Zwischenbilanz und Zukunftsperspektiven der MDGs mit Entwicklungsexperten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu diskutieren.

Einladung und Programm 83.67 Kb

 

Fachtagung Steuergerechtigkeit global
Der weltweite Kampf gegen Steuerflucht und Steuerhinterziehung: Zwischenbilanz und Perspektiven vor dem G20-Gipfel

7. Juni 2010, 10.00-18.00 Uhr
Ort: ver.di Bundesverwaltung, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

Die globale Finanzkrise hat die Diskussionen über die schädlichen Auswirkungen von Steuer- und Verdunkelungsoasen neu belebt. Finanzplätze wie die Kaimaninseln, Luxemburg oder die City of London wurden in den letzten Jahren immer mehr zu Drehscheiben eines globalen Schattenfinanzsystems, das die Volkswirtschaften von Industrie- und Entwicklungsländern massiv schädigt und den öffentlichen Haushalten jährliche Einnahmeausfälle in dreistelliger Milliardenhöhe beschert.

Bei ihren Gipfeltreffen in Washington 2008 und London 2009 haben die Staats- und Regierungschefs der G20 diesen Schattenfinanzplätzen den Kampf angesagt. Seitdem gab es in Deutschland und vielen anderen Ländern verstärkte Aktivitäten gegen Steuerhinterziehung und schädliche Steuervermeidungspraktiken. Die OECD hatte 2009 eine „schwarze Liste" unkooperativer Länder veröffentlicht, die mittlerweile leer ist. Ist das Problem damit gelöst? Wer hat von den bisherigen Maßnahmen profitiert?

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit möchte mit seiner Tagung eine Zwischenbilanz des weltweiten Kampfes gegen Steuerflucht und Steuerhinterziehung ziehen. Dabei wollen wir insbesondere darauf aufmerksam machen, wie hoch die Kosten des globalen Schattenfinanzsystems für die Entwicklungs- und Schwellenländer sind. Wir wollen untersuchen, was die diversen internationalen Aktivitäten zur Stärkung der Steuerkooperation und zur Bekämpfung schädlicher Steuervermeidungspraktiken bisher gebracht haben. Zugleich wollen wir eine Positionsbestimmung Deutschlands in diesen Prozessen vornehmen. Schließlich sollen der drängendste Handlungsbedarf im Kampf gegen Steuerflucht und Steuerhinterziehung identifiziert und konkrete Politikempfehlungen mit VertreterInnen von Bundesregierung und Bundestag diskutiert werden. Dies geschieht auch mit Blick auf den nächsten G20-Gipfel, der am 26. und 27. Juni im kanadischen Toronto stattfindet.

Einladung und Programm 65.65 Kb

Dokumentation der Präsentationen 1.27 Mb


Fachgespräch „Elemente einer alternativen Rohstoffstrategie -
Anforderungen aus menschenrechtlicher, entwicklungspolitischer, ökologischer und sozialer Sicht"

20.04.2010, 10.00  - 17.00 Uhr
Ort: Haus der Ev. Kirche, Adenaueralle 37/1. Fährgasse, 53113 Bonn

Einladung und Programm (pdf- 198 kb)


Workshop: MDGs und Menschenwürdige Arbeit in der Krise

15.04.2010, 11:00-17:00 Uhr
Ort: DGB-Bildungswerk, Hans-Böckler-Straße 39, 40476 Düsseldorf

Das Decent Work-Konzept hat in den letzten Jahren auf globaler Ebene zunehmend an Bedeutung gewonnen. In Folge des UN-Gipfels 2005 wurde das Ziel der Menschenwürdigen Arbeit in den Katalog der Millenniumsentwicklungsziele aufgenommen. Als Antwort auf die globale Wirtschafts- und Finanzkrise
verabschiedete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) den Globalen Beschäftigungspakt, der auf dem Konzept der Menschenwürdigen Arbeit basiert. Die Staats- und Regierungschefs der G20 haben auf ihrem Gipfel in Pittsburgh 2009 diesen Pakt „begrüßt".

Im Jahr 2010 stehen diese Themen bei verschiedenen internationalen Anlässen weit oben auf der Agenda. Vom 20. bis 22. September 2010 findet bei den Vereinten Nationen in New York ein Gipfeltreffen statt, bei dem die Regierungen eine Zwischenbilanz über die Umsetzung der MDGs, einschließlich des Ziels der Menschenwürdigen Arbeit, ziehen. Bereits vom 20. bis 22. April 2010 treffen sich zum ersten Mal die Arbeitsminister der G20, um unter anderem die Umsetzung des Globalen Beschäftigungspaktes zu erörtern.

Im Vorfeld des G20-Arbeitsministertreffens und der UN-Konferenz zu den MDGs veranstaltet das Global Policy Forum zusammen mit dem DGB-Bildungswerk einen Workshop zwischen Gewerkschaftsvertretern und NGOs: Im Mittelpunkt steht der Austausch darüber, welche Konsequenzen die Erweiterung des Zielkatalogs der MDGs um die Decent Work-Agenda zum einen für die nationalen MDG-Strategien und zum anderen für die Gewerkschaften hat. Ziel des Workshops ist es, mit Gewerkschaftern zu erörtern, ob die Erweiterung des MDG-Katalogs Auswirkungen auf ihre politischen Forderungen und Strategien hat, und ob sich daraus neue Ansatzpunkte für die Kooperation zwischen Gewerkschaften und entwicklungspolitischen NGOs ergeben.

Der Workshop ist Teil des Projekts MDG plus des Global Policy Forums Europe, gefördert von der InWEnt gGmbH aus Mitteln des BMZ und der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordhrein-Westfalen.

Einaldung und Programm (pdf - 565kb)

Tagungsbericht (pdf - 1.24 Mb)


Präsentation des Reports:
Die globale Entwicklungskrise: Auswirkungen – Reaktionen – Konsequenzen
1. Februar 2010, 17.00-18.30 Uhr
Haus der Evangelischen Kirche (Clubraum), Adenaueralle 37, 53113 Bonn

Das Global Policy Forum hat in Kooperation mit terre des hommes einen Report verfasst, der einen umfassenden Überblick über die direkten und indirekten Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in den Entwicklungsländern gibt. Er belässt es aber nicht bei der Problembeschreibung, sondern stellt darüber hinaus dar, wie die Regierungen im Rahmen von G20 und Vereinten Nationen auf die Krise reagiert haben. Daraus leitet der Report Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die wirtschafts- und entwicklungspolitische Agenda der kommenden Jahre ab.

Bei der Veranstaltung wird Jens Martens, Geschäftsführer des Global Policy Forums Europe und Ko-Autor des Reports, die Kernaussagen und Schlussfolgerungen des Reports präsentieren. Im Anschluss werden Adolf Kloke-Lesch, Leiter der Abteilung globale und sektorale Aufgaben im BMZ, und Ulrich Post, VENRO-Vorsitzender und Leiter des Bereichs Politik- und Außenbeziehungen bei der Welthungerhilfe, dazu Stellung nehmen und ihre Prioritäten für die internationale Entwicklungsagenda 2010 formulieren.  Dies geschieht insbesondere mit Blick auf die G20-Gipfel im Juni und November 2010 und den UN-Gipfel zur Überprüfung der Millenniumserklärung („MDG-Gipfel“) im September 2010.

Internationale Tagung: Die sozialen Folgen der globalen Finanzkrise - Zwischenbilanz und politische Konsequenzen
19. November 2009, 9:00-17:30 Uhr
Konferenzsaal Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 1, Hiroshimastr. 28, Berlin

Während es den Anschein hat, dass Ende 2009 die Talsohle der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in Westeuropa und den USA überwunden ist und es wirtschaftlich wieder aufwärts geht, haben die Wellen des globalen „Finanz-Tsunamis“ viele Länder Osteuropas, Afrikas, Asiens und Lateinamerikas mit Zeitverzögerung erfasst. Mit der Konferenz wollen wir uns gemeinsam mit Partnern aus dem Süden einen Überblick über das Ausmaß der Krise in den Entwicklungsländern verschaffen; wir wollen die bisherigen Antworten der Regierungen auf die Krise analysieren; und wir wollen diskutieren, welche weiteren Maßnahmen auf internationaler Ebene nötig sind, um die gegenwärtige Krise im Interesse der Menschen in den Ländern des Südens zu bewältigen und künftigen Krisen vorzubeugen. Dies geschieht in Kooperation mit dem internationalen Netzwerk Social Watch, dessen diesjähriger Report zum Thema „Making Finances Work: People First“ bei unserer Tagung präsentiert wird.


Präsentation: Der globale Schattenfinanzindex und die alternative Rangliste der Steueroasen

2. November 2009, 11.00-13.00 Uhr
Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 10117 Berlin

Steuer- und Verdunkelungsoasen werden immer mehr zu Drehscheiben eines globalen Schattenfinanzsystems, das die Volkswirtschaften von Industrie- und Entwicklungsländern massiv schädigt und den öffentlichen Haushalten jährliche Einnahmeausfälle in dreistelliger Milliardenhöhe beschert. Die Finanzminister der G20 haben das Problem erkannt, aber bislang nur zaghaft darauf reagiert. Die OECD hat eine lückenhafte Liste von Ländern veröffentlicht, die die international vereinbarten Steuerstandards einhalten. Sie bescheinigt Schattenfinanzplätzen wie den Kaimaninseln, Luxemburg und Jersey, eine weiße Weste zu haben. Ihre "schwarze Liste" unkooperativer Staaten ist mittlerweile leer.

Das internationale Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) legt nun erstmals ein effektiveres Instrument zur Beurteilung von Steuer- und Verdunkelungsoasen vor. Der Schattenfinanzindex (Financial Secrecy Index) rückt 60 Länder und Gebiete ins Rampenlicht, die aufgrund von Geheimhaltungsregeln und laxer Finanzmarktüberwachung illegale Finanztransfers, aggressive Steuervermeidungspraktiken und Korruption begünstigen.

Der Index basiert auf quantitativen und qualitativen Länderinformationen, die in einer weltweit einmaligen Datenbank nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (www.secrecyjurisdictions.com). Sie bilden die Grundlage für die alternative Rangliste der Steuer- und Verdunkelungsoasen, die zeitgleich in verschieden Städten Europas und der USA präsentiert wird. Dies geschieht kurz vor dem nächsten G20-Finanzministertreffen am 7.-8. November in Schottland.

Einladung und Programm (pdf - 74kb)
Anmeldung (doc - 38 kb)

 

Frühere Veranstaltungen
Fachgespräch zur UN-Konferenz über die globale Wirtschafts- und Finanzkrise : Die UNO zwischen den G20-Gipfeln
13. Mai 2009
Bonn, Friedrich-Ebert-Stiftung
Die Vereinten Nationen veranstalten vom 1. bis 3. Juni 2009 in New York eine internationale Konferenz zur globalen Wirtschafts- und Finanzkrise und ihren Auswirkungen auf die Entwicklung. Die Vorbereitungen dazu sind in New York in vollem Gange - bislang weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Aus diesem Grund haben die Friedrich-Ebert-Stiftung, das Global Policy Forum und terre des hommes beschlossen, kurzfristig zu einem Fachgespräch zur Vorbereitung auf die UN-Konferenz nach Bonn einzuladen.

Die Konferenz der UN soll sich in erster Linie mit den dramatischen Folgen der gegenwärtigen Krise für die Länder des Südens befassen. Die Konferenz findet statt zwischen dem zweiten G20-Gipfel von London und dem dritten G20-Gipfel, der für September 2009 in New York geplant ist. Mit ihr wird sich zeigen, ob die Vereinten Nationen in der künftigen Wirtschafts- und Finanzarchitektur eine nennenswerte Rolle spielen können, oder ob sie das Feld vollständig der G20 und den Bretton-Woods-Institutionen überlassen müssen.

Eine wichtige Grundlage für die auf der UN-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung im Jahr 2008 beschlossene Folgekonferenz bildet der Report der UN-Expertenkommission zur Reform des internationalen Währungs- und Finanzsystems. Die Kommission unter dem Vorsitz des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz wird ihren Bericht Mitte Mai vorlegen. Bei unserem Fachgespräch wollen wir uns vorab über die zentralen Vorschläge des Berichts informieren und erörtern, wie sie sich in die Tat umsetzen lassen.

Außerdem wollen wir uns "aus erster Hand" über den Stand der Verhandlungen im Vorfeld der UN-Konferenz und die politischen Konfliktlinien informieren. Wir erwarten, dass bis zu unserem Fachgespräch ein erster Entwurf des Abschlussdokuments vorliegen wird.

Schließlich wollen wir darüber beraten, welche Vorschläge aus zivilgesellschaftlicher Sicht im Mittelpunkt der UN-Konferenz stehen sollten. Dabei wollen wir uns auf die vier Themenbereiche internationale Steuerkooperation, Entschuldung, innovative Finanzierungsinstrumente und UN-Reform konzentrieren. Gemeinsam mit Referentinnen und Referenten aus Politik und Zivilgesellschaft möchten wir diskutieren, ob die UN-Konferenz bei diesen Themen Fortschritte bringen kann?
Einladung, Programm und Anmeldung (pdf - 122 KB)

 

Fachtagung: Freiwillig in die Krise - reguliert wieder heraus.
Die globale Finanzkrise und die Verantwortung von Unternehmen und Banken.
26. März 2009
Berlin, ver.di Bundesverwaltung
Die Krise auf den globalen Finanzmärkten hat gezeigt, dass alle Hoffnungen in die Selbstregulierungskräfte der Wirtschaft trägerisch waren. Die verantwortungslosen Geschäftspraktiken von transnationalen Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen und die Ineffektivität von Ratingagenturen und von Formen freiwilliger Selbstkontrolle der Wirtschaft haben das enorme Defizit an globaler Regelsetzung offenbart.

Die Leidtragenden sind nicht nur die Menschen in den reichen Volkswirtschaften. Die Weltfinanzkrise wird ebenso massive Auswirkungen für die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung der armen Länder des Südens haben.

Auf unserer Tagung wollen wir über das Ausmaß der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise informieren und abschätzen, welche sozialen und ökonomischen Folgen insbesondere für die Entwicklungsländer zu erwarten sind.

Wir wollen erörtern, welche institutionellen Reformen und welche neuen internationalen Regeln und Standards für Unternehmen und Banken notwendig sind, um derartige Krisen zukünftig zu vermeiden. Abschließend wollen wir die Reformvorschläge aus der Zivilgesellschaft mit Vertretern von Bundesregierung und Bundestag diskutieren.

Die Tagung wird gemeinsam mit dem DGB-Bildungswerk, dem CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, terre des hommes und ver.di veranstaltet.

Internationaler Workshop: Social and Human Rights Budgeting
9. Dezember 2008
Berlin, Landesvertretung Bremen

In vielen Ländern des Südens sind in den letzten Jahren zivilgesellschaftliche Initiativen entstanden, die die Staatshaushalte unter Menschenrechts- und Gendergesichtspunkten unter die Lupe nehmen. Sie setzen sich unter den Schlagworten “Human Rights Budgeting” oder “Gender Responsive Budgeting” dafür ein, dass mit der staatlichen Steuer- und Ausgabenpolitik die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte ebenso wie die Rechte von Frauen und Kindern gefärdert und nicht verletzt werden.

Mit unserem internationalen Workshop wollen wir uns einen Überblick über die vielfätigen Initiativen verschaffen. Wir wollen von VertreterInnen von Partnerorganisationen aus dem Süden erfahren, welche Erfahrungen sie mit der Beobachtung und Beeinflussung der öffentlichen Haushalte unter Menschenrechtsgesichtspunkten gemacht haben.

Dies geschieht in Kooperation mit dem internationalen Netzwerk Social Watch, in dessen Report 2008 verschiedene nationale Social Watch-Koalitionen darüber berichten, wie ihre Regierungen die Menschenrechte in ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik fördern oder verletzen. Der Report wird im Workshop vorgestellt werden.

Schließlich wollen wir darüber diskutieren, ob wir von den diversen Initiativen des Südens lernen können und es an der Zeit wäre, auch in Deutschland die öffentlichen Haushaushalte unter Menschenrechtsgesichtspunkten unter die Lupe zu nehmen. Kann auf diese Weise Finanzpolitik zur effektiven Menschenrechtspolitik werden?

Konferenzsprache ist Englisch.

Einladung,Programm und Anmeldung (englisch – pdf – 139 KB)

Nach Doha: Was hat die zweite UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung gebracht?
5. Dezember 2008
Berlin, Landesvertretung Sachsen-Anhalt

Die Vereinten Nationen veranstalten vom 29. November bis 2. Dezember 2008 in Doha, der Hauptstadt des arabischen Emirats Katar, die Nachfolgekonferenz zur ersten Internationalen Konferenz über Entwicklungsfinanzierung. Sie hatte 2002 im mexikanischen Monterrey stattgefunden. Auf der Tagesordnung steht ein breites Themenspektrum, das von der Mobilisierung heimischer Ressourcen und öffentlicher Entwicklungshilfe über die Themen Privatinvestitionen, Handel und Verschuldung bis hin zu den sogenannten systemischen Fragen im Hinblick auf das internationale Handels- und Finanzsystem reicht.

In Doha wollen die Regierungen eine erste Bilanz der Umsetzung der Beschlüsse von Monterrey (des sogenannten “Monterrey-Konsens”) ziehen, Defizite bei der Verwirklichung der dort eingegangenen Verpflichtungen benennen und neue Maßnahmen zur Steigerung der Mittel für Armutsbekämpfung und Entwicklung beschließen.

Mit unserer Tagung wollen wir unmittelbar nach der Doha-Konferenz überprüfen, wie weit dies gelungen ist. Wir wollen gemeinsam mit TeilnehmerInnen der Konferenz das Abschlussdokument analysieren und politisch bewerten; wir wollen uns darüber informieren, welche zusätzlichen Initiativen es vor allem im Bereich der internationalen Steuerkooperation und der Bekämpfung von Kapitalflucht gegeben hat; und wir wollen fragen, welche Konsequenzen die Beschlüsse von Doha für die künftige Rolle der Vereinten Nationen im internationalen System der Entwicklungsfinanzierung haben.

Wir laden Sie ein, sich an dieser ersten Auswertung der Doha-Konferenz zu beteiligen.

Einladung,Programm und Anmeldeforumular(pdf – 276 KB)

Workshop: Sonderwirtschaftszonen - Entwicklungsmotoren oder rechtsfreie Räume der Globalisierung?
11.-12. November 2008
Berlin, ver.di Gebäde

Um ausländisches Investitionskapital ins Land zu locken, haben Regierungen überall auf der Welt Sonderwirtschaftszonen (“export processing zones”, EPZs) eingerichtet. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt ihre Zahl mittlerweile auf über 3500 in 130 Ländern. Allein in China arbeiten etwa 40 Millionen Menschen in solchen Zonen. In ihnen werden transnationalen Unternehmen, die für den Export produzieren, vielfältige Vergünstigungen gewährt.

In dem Workshop wollen wir untersuchen, welches Ausmaße der weltweite Boom von Sonderwirtschaftszonen angenommen hat und welche sozialen, ökonomischen und entwicklungspolitischen Wirkungen diese gleichsam “rechtsfreien Räume” für die jeweiligen Länder haben. Zugleich wollen wir erörtern, welche Motive die Regierungen dieser Länder haben, Sonderwirtschaftszonen einzurichten.
Daraus sollen Schlussfolgerungen für die deutsche und internationale Wirtschafts- und Entwicklungspolitik abgeleitet werden.

Der Workshop wird gemeinsam vom DGB-Bildungswerk, dem Global Policy Forum, terre des hommes und ver.di in Kooperation mit dem CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung veranstaltet.

Einladung und Programm (pdf – 88 KB)
Anmeldung (doc – 38 KB)

Medienworkshop: Vor der zweiten Weltkonferenz Über Entwicklungsfinanzierung – Positionen – Konfliktlinien – Erwartungen
6. November 2008
Berlin, Dietrich-Bonhoeffer-Haus

Im Schatten der globalen Finanzkrise veranstalten die Vereinten Nationen vom 29. November bis 2. Dezember 2008 in Doha, der Hauptstadt des arabischen Emirats Katar, die zweite Internationale Konferenz über Entwicklungsfinanzierung. Zu ihr werden weit über tausend VertreterInnen von Regierungen, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft erwartet.

Mit dem Medienworkshop wollen wir in der heißen Vorbereitungsphase der Doha-Konferenz aus erster Hand über den Stand der Verhandlungen, die politischen Konfliktlinien und die zu erwartenden Ergebnisse informieren. Welche entwicklungspolitischen Prioritäten hat die Bundesregierung für die Konferenz, was fordern zivilgesellschaftliche Organisationen, welche neuen Initiativen sind zu erwarten?

Bei dem Workshop wird der aktuelle Entwurf des Abschlussdokuments der Konferenz vorliegen. Außerdem werden wir in komprimierter Form Informationen über die geplanten Aktivitäten am Rande der Konferenz  und beim vorgeschalteten Forum der Zivilgesellschaft (27.-28. November) geben.

Die Veranstaltung richtet sich speziell an VertreterInnen der Medien und MultiplikatorInnen aus dem entwicklungspolitischen Bereich.

Einladung und Programm (pdf – 293 KB)
Anmeldung (doc – 29 KB)

Internationale Tagung: Geld ist nicht alles, aber ... - Zivilgesellschaftliche Perspektiven zur Finanzierung der Internationalen Entwicklungsziele
15.-16. Oktober 2007
Bonn, Gustav-Stresemann-Institut

In Doha, der Hauptstadt des arabischen Emirats Katar, veranstalten die Vereinten Nationen Ende 2008 die zweite Weltkonferenz über Entwicklungsfinanzierung (Financing for Development, FfD). Auf ihr soll überprüft werden, ob die Regierungen ihre Zusagen der ersten FfD-Konferenz von Monterrey 2002 und der internationalen Gipfel der folgenden Jahre (Weltgipfel 2005, G8-Gipfel von Gleneagles u.a.) eingelöst haben. Außerdem wollen die Regierungen darüber beraten, welche neuen Finanzierungsinitiativen nötig sind, um die international vereinbarten Entwicklungsziele, insbesondere die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs), zu verwirklichen.
Die heiße Phase der Vorbereitungen auf die Doha-Konferenz beginnt am 22. Oktober 2007 mit einem Hearing und einem hochrangigen Treffen der UN-Generalversammlung in New York. Viele NGOs nutzen den Vorbereitungsprozess zur Doha-Konferenz, um die bisherigen Erfolge und Defizite bei der Finanzierung der MDGs aus ihrer Sicht zu bilanzieren und ihre Erwartungen und Forderungen an die Monterrey-Folgekonferenz zu formulieren. Unsere internationale Tagung soll dazu einen Beitrag leisten.

Einladung, Programm und Anmeldeformular (pdf – 239 KB)

Workshop: Steuergerechtigkeit und Unternehmensverantwortung
18.-19. September 2007
Berlin, Hotel Albrechtshof

Die Debatte über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (corporate social responsibility, CSR) konzentriert sich bisher auf die grundlegenden Umwelt- und Sozialstandards, die Menschenrechte und die Korruptionsvermeidung. Fragen der Unternehmensbesteuerung spielen bisher fast keine Rolle.
Aber Unternehmen, die Lobby gegen faire Steuergesetze betreiben oder durch Steuerflucht und Steuervermeidungstricks den öffentlichen Haushalten die dringend notwendigen Mittel entziehen, können nicht als „good corporate citizens” bezeichnet werden. Die Bereitschaft der Unternehmen, Steuern zu zahlen, muss daher systematisch zum Thema der CSR-Debatte werden.
Bei dem Workshop wollen wir uns darüber informieren, welche Tricks von Steuerflucht und Steuervermeidung Unternehmen anwenden und welche Einnahmeausfälle dadurch in Deutschland und weltweit entstehen. In einem zweiten Schritt wollen wir besprechen, was dagegen auf internationaler Ebene (EU, OECD, UN) getan wird bzw. getan werden könnte. Zum Abschluss wollen wir darüber diskutieren, welche gemeinsamen Positionen und Prioritäten in den kommenden Jahren im Zentrum einer Kooperation von Gewerkschaften und NGOs zum Thema „Steuergerechtigkeit und Unternehmensverantwortung” stehen können.
Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung und dem Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) durchgeführt.

Einladung (pdf – 59 KB)
Anmeldung (doc – 38 KB)

Fachgespräch zur MDG-Halbzeit: Von den MDGs zur Matrix of Development Goals?
22. Juni 2007, 13.30-17.00 Uhr
Bonn, Clubraum des Hauses der evangelischen Kirche, Adenauerallee 37
Veranstaltet von terre des hommes und GPF Europe

Vom 3. bis 5. Juli 2007 veranstalten die Vereinten Nationen im Rahmen ihres Wirtschafts und Sozialrates (ECOSOC) erstmals ein Development Cooperation Forum sowie einen Annual Ministerial Review (AMR). Zweck dieses Ministertreffens ist es, die Umsetzung der international vereinbarten Entwicklungsziele, einschließlich der MDGs, zu bilanzieren. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme sollen die Minister konkrete Schritte zur verbesserten und beschleunigten Umsetzung dieser Ziele formulieren.
Vor diesem Hintergrund laden das Global Policy Forum und terre des hommes im Vorfeld der ECOSOC-Tagung zu einem Fachgespräch ein.

Einladung (pdf – 0,2 MB)
Anmeldung (doc – 30 KB)

Fachtagung: Die öffentliche Armut der Entwicklungsländer. Was die Regierungen des Südens daran hindert, Armutsbekämpfung aus eigener Kraft zu finanzieren – und was dagegen getan werden kann.
29. März 2007, 11.00 - 18.30 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstraße 30, 10117 Berlin
Veranstaltet von DGB-Bildungswerk, GPF Europe und terre des hommes

Wir untersuchten mit unserer Tagung, wie die Länder des Südens mehr öffentliche Mittel für Armutsbekämpfung und Entwicklung mobilisieren können – und was sie bisher daran hindert. Dabei ging es unter anderem um schwache Steuersysteme, um Kapitalflucht, Steuervermeidung und die Rücktransfers der Profite transnationaler Unternehmen. Schließlich diskutierten wir darüber, welchen Beitrag die Entwicklungspolitik beim Aufbau funktionsfähiger Finanzsysteme und der Bekämpfung von Steuerflucht im Süden spielen kann.

Tagungsflyer (pdf – 0,4 MB)

Fachworkshop: Global Public-Private Partnerships – Privatisierung des Multilateralismus?
23. Januar 2007, 17.30 - 20.00 Uhr
Gemeinsamer Workshop von Friedrich Ebert Stiftung und GPF Europe am Welt Sozial Forum 2007 in Nairobi

Programm (englisch – pdf)

Fachworkshop: Für eine Handvoll Dollars? Die MDGs und die Armutsindikatoren von Weltbank und UN – Defizite und Alternativen
2. Dezember 2006, 10.00 - 18.00 Uhr
CJD Tagungs- und Gästehaus, Graurheindorferstraße 149, 53117 Bonn

Als erstes Millenniumsentwicklungsziel (MDG) haben die Regierungen vereinbart, den Anteil der Menschen, die in „extremer Armut” leben, bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Aber worüber reden wir eigentlich, wenn wir über „Armut” reden? Wie zählt man Arme? Ist die vielzitierte Einkommensgrenze von einem US-Dollar pro Tag ein sinnvolles Maß für die „extreme” Armut? Welche Schwächen haben die von der Weltbank entwickelten Indikatoren? Und wie können alternative Armutsindikatoren aussehen?

Diese Fragen wurden bei dem Workshop mit renommierten internationalen Fachleuten diskutiert, darunter Thomas W. Pogge, Professor an der New Yorker Columbia University, und Karina Batthyany und Roberto Bissio vom Sekretariat des globalen NRO-Netzwerks Social Watch (Montevideo, Uruguay).

Einladung und Programm (pdf)
Dokumentation (pdf – 1,2 MB)

Von der Koordinierung zur Kohärenz.
Fachtagung zur Reform der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Vereinten Nationen.

28. November 2006, 9:30 - 17:00 Uhr
Hotel Aquino (Tagungszentrum Katholische Akademie), Hannoversche Straße 5b, 10115 Berlin

Über Jahrzehnte hinweg wurden die entwicklungspolitischen Aktivitäten der UN beträchtlich ausgeweitet; sie machen längst einen zentralen Teil der Arbeit der Weltorganisation aus. Die Kehrseite dieser insgesamt bemerkenswert erfolgreichen Entwicklung war eine gewisse „Fragmentierung des Systems der Vereinten Nationen”. Um diese zu überwinden, hat Generalsekretär Kofi Annan in seiner Amtszeit große Anstrengungen unternommen. Dass gleichwohl noch Reformbedarf besteht, belegt der Bericht eines prominent besetzten Sachverständigengremiums für die Kohärenz des UN-Systems.

Vor diesem Hintergrund befasste sich die Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit dem Global Policy Forum Europe mit der Reform der multilateralen Entwicklungszusammenarbeit der UN.

Tagungsprogramm (pdf)
Tagungszusammenfassung (pdf)

Strategieworkshop: Vor dem Gipfeljahr 2007: Wie weiter mit den MDGs?
19. Mai 2006, 11.00 - 17.00 Uhr
Bonn, Haus der evangelischen Kirche, Adenauerallee 37

Im Jahr 2005 kam es in Deutschland und in vielen anderen Ländern der Welt zu einer breiten öffentlichen Mobilisierung für die MDGs. Aber gelang es dadurch, die Probleme von weltweiter Armut und wachsender sozialer Ungerechtigkeit im Bewusstsein der Bevölkerung nachhaltig zu verankern? Oder handelte es sich eher um ein „Strohfeuer”? Wie können die Mobilisierungspotentiale der MDGs genutzt und zugleich ihre Defizite überwunden werden? Und welche Rolle können die MDGs bei den strategischen Vorbereitungen der Zivilgesellschaft auf die EU- und G8-Präsidentschaft Deutschlands und die damit verbundenen Gipfeltreffen im Jahr 2007 spielen? Diese Fragen erörterten wir bei einem Strategieworkshop gemeinsam mit VertreterInnen von NRO und entwicklungspolitischen Aktionsgruppen.

Einladung und Programm (pdf)

Corporate Accountability: Zwischenbilanz und Zukunftsperspektiven
28. und 29. November 2005
Berlin
Arbeitstagung von DGB-Bildungswerk, GPF Europe, terre des hommes und weed.

Die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft und die Rechte und Pflichten Transnationaler Konzerne waren in den vergangenen Jahren Thema unzähliger Konferenzen, Studien, politischer Initiativen und internationaler Kampagnen. Die Dynamik der letzten Jahre ist inzwischen verebbt. Versuche, verbindliche Regeln für Transnationale Konzerne zu etablieren, haben Rückschläge erlitten. Regierungen und internationale Organisationen konzentrieren sich stattdessen eher darauf, den positiven Beitrag der Wirtschaft bei der Lösung globaler Probleme zu betonen, egal ob es um die Lösung gewalttätiger Konflikte oder die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele geht.

Angesichts dieser Entwicklungen zogen wir bei der Tagung eine Zwischenbilanz der corporate accountability-Debatte und diskutierten zum Thema corporate accountability über neue Trends und künftige Prioritäten der gemeinsamen Arbeit von NGOs und Gewerkschaften.

Einladung und Programm
Dokumentation (pdf – 1,7 MB)

Fach- und Medientagung: Vor dem UN Reformgipfel
1. September 2005
Berlin

Diese Tagung wurde von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und der Stiftung Entwicklung und Frieden in Kooperation mit dem Global Policy Forum Europe veranstaltet. RednerInnen von Bundesregierung, Wissenschaft und NGOs diskutierten Vorschläge zur Reform der Vereinten Nationen in den Bereichen Entwicklung, Sicherheit und Menschenrechte.

Programm
Bericht

Towards a Global Package Deal?
International Workshop in preparation of the UN Millennium+5 Summit

13. und 14. Juni 2005
Berlin

Dieser internationale Workshop wurde in Kooperation mit der Friedrich Ebert Stiftung veranstaltet. Im Mittelpunkt standen die Vorbereitungen auf den Millennium+5-Gipfel der Vereinten Nationen.

Programm (englisch)

Die Internationale Finanzfazilität (IFF) –
Verdopplung der Hilfe zur Halbierung der Armut?

31. Mai 2005
Berlin

Fachgespräch in Kooperation mit VENRO (Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen).

Programm
Einladung

Toward a More Secure World?
The Report of the UN High-Level-Panel on Threats, Challenges and Change

2. Februar 2005
Berlin

Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit der Friedrich Ebert Stiftung und dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF).

Einladung

Strengthening Coalitions for Social Justice in Europe.
1st European Social Watch Conference

20. und 21. November 2004
Berlin

Internationale Tagung in Kooperation mit dem DGB Bildungswerk, terre des hommes, Eurostep und Social Watch.

Programm (englisch)
Bericht (englisch)