Global Policy Forum

Nature: Free of charge or inestimably valuable?

Nature_capital
Image: UN Photo/Martine Perret
Intense debates have been taking place for several years now on how the use of ecological resources and the destruction of natural habitats and biodiversity can be better accounted for in economic and political decisions. One outcome of these discussions has been the recommendation that “natural capital” be included in national accounts in order to enhance countries’ sustainable decision making capabilities. However, the development of a system of “natural capital accounting” has not come without controversy, with academics and civil society highlighting the ways in which it subjects ecosystems to the logic of the market and leads to the commoditization and financialization of nature. Global Policy Forum, the Heinrich-Böll-Stiftung and terre des hommes invite you to contribute to the debate around this topic at our symposium, “Umsonst oder Unbezahlbar” (“Free of charge or inestimably valuable?”) on November 19, 2014. You can find more information about the event in German below.




October 23, 2014 | Global Policy Forum

Umsonst oder Unbezahlbar?

Eine kritische Diskussion zur Rolle der 'Natur' in Modellen alternativer Wohlstandsmessung und zu marktbasierten Instrumenten im Naturschutz

Fachtagung am 19. November 2014, 10:30 – 17:30 Uhr | Münstercarré, Gangolfstr. 14, 53111 Bonn

Eine Veranstaltung von Global Policy Forum, Heinrich-Böll-Stiftung und terre des hommes

Seit einigen Jahren finden intensive Debatten darüber statt, wie der Verbrauch ökologischer Ressourcen, die Zerstörung von Naturräumen und Biodiversität, oder die Dienstleistungen, die von Ökosystemen erbracht werden, in ökonomischen und politischen Entscheidungen besser berücksichtigt werden können.

Es gibt Vorschläge, den Faktor „Naturkapital“ in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einzubeziehen und damit für wirtschaftliche und politische Entscheidungen nutzbar zu machen. Das Statistikbüro der Vereinten Nationen arbeitet seit vielen Jahren zu diesem Thema. Die Weltbank hat sich vor einigen Jahren des Themas angenommen und bei der Rio+20-Konferenz 2012 die 50:50-Kampagne gestartet. An dieser Initiative sind gleichermaßen Regierungen und Unternehmen beteiligt, um die praktische Umsetzung einer ökologisch korrigierten volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu testen. Unter dem Stichwort „The Economics of Ecosystems & Biodiversity“ (TEEB), wird in einem groß angelegten Projekt von Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft versucht, den wirtschaftlichen Nutzen der biologischen Vielfalt und die Kosten des Biodiversitätsverlustes sichtbar zu machen.

Diese Entwicklung ist keineswegs unumstritten: Wissenschaftler/innen und Aktivist/innen warnen davor, damit einen Weg einzuschlagen, der zwingend zur Unterwerfung der Ökosysteme unter die Marktlogik und zu einer Kommodifizierung bzw. Finanzialisierung der Natur führt. Kritisiert wird weiterhin die Tendenz, den Schutz der Umwelt Marktmechanismen zu überlassen und damit demokratischer Kontrolle und sozialem Ausgleich zu entziehen.

Auch in den Diskussionen um die Post-2015-Agenda und künftige Ziel für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ist das Thema von großer Bedeutung. Dort geht es unter anderem darum, welche Ziele und Indikatoren zur Messung von Wohlstand und gesellschaftlichem Fortschritt geeignet sind. So werden in den jüngsten Entwürfen für mögliche SDGs Vorschläge gemacht, den Wert von Ökosystemen und Biodiversität zum Maßstab für nationale und lokale Planung sowie für Armutsbekämpfungsstrategien zu machen. Auch diese Ansätze bleiben nicht ohne Kritik, vor allem die Möglichkeit von kalkulatorischen Ausgleichsmaßnahmen (sog. Offsetting) für Umweltzerstörungen wird hinterfragt.

Zivilgesellschaftliche Organisationen und die politische Öffentlichkeit in Deutschland beginnen erst allmählich, sich mit diesem Thema zu befassen. Dabei ist es auch für die sinnvolle Gestaltung einer Nachhaltigkeitsagenda, die diesen Namen verdient, nötig, die Potentiale, aber auch die Risiken und Fallstricke der neuen Ansätze zu verstehen.

Wir möchten Sie einladen, bei unserer Fachtagung die aktuellen internationalen Prozesse zum Anlass zu nehmen, die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Thema in Deutschland weiterzuführen und die verschiedenen Konzepte der „Neuen Ökonomie der Natur“ zu analysieren, zu bewerten und daraus politische Schlussfolgerungen abzuleiten.

Anmeldungen erbitten wir bis zum 10. November 2014 online unter https://rsvp.globalpolicy.org/naturkapitaltagung oder per E-Mail an This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it .

Einladung und Programm (pdf, 185 KB)

 

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