Globale Gesundheit in der Krise: Sechs Thesen zur Rolle privater Akteure

Herausforderungen und Handlungsoptionen
Karolin Seitz

Die globale Gesundheit befindet sich in einer tiefen Strukturkrise: Massive Kürzungen öffentlicher Mittel bei bereits wachsender Abhängigkeit von privaten Akteuren, schwache multilaterale Institutionen und zunehmende Ungleichheiten gefährden das Menschenrecht auf Gesundheit. 4,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten. Vor diesem Hintergrund wird über neue Wege zur Mittelmobilisierung diskutiert. Eine Chance sehen viele in der noch stärkeren Einbindung von privaten Akteuren.

Diese sollte allerdings sorgfältig geprüft und gestaltet werden, damit sie tatsächlich eine nachhaltige Wirkung insbesondere für die ärmsten und marginalisierten Bevölkerungsgruppen weltweit entfaltet und nicht vorwiegend den Interessen der privaten Akteure Folge leistet. Demokratische Kontrolle, menschenrechtsbasierte Politik, starke öffentliche Institutionen und echte Beteiligung der Zivilgesellschaft sind entscheidend, um das Recht auf Gesundheit weltweit zu verwirklichen. Nur durch eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation, mehr Transparenz, Regulierung privater Einflussnahme und Investitionen in öffentliche Gesundheitssysteme und durch soziale Sicherungssysteme kann eine gerechte globale Gesundheitsordnung für alle erreicht werden. 

Brot für die Welt, Global Policy Forum Europe und Misereor haben vor diesem Hintergrund im vorliegenden Briefing Papier sechs Thesen zur Rolle privater Akteure in der globalen Gesundheit und Handlungsansätze für die Bundesregierung und den Bundestag formuliert.